Jellyfin
- 3 Minuten - 511 WörterNetflix? Disney+? HBOmax? $Streamingprovider? Nein, danke, muss nicht immer sein.
Meine Sammlung von Materialien aus den Mediatheken und selbst gerippten DVDs ist ziemlich umfangreich, sodass sogar die Zeit fehlt, sich die besten/meisten Sachen anzuschauen. Etwas leichter kann es fallen, wenn die Filme/Serien/Dokus ansprechend dargestellt werden, eine kurze Beschreibung, ein Titel-/Coverbild haben und ein paar andere Metadaten abrufbar sind.
Das alles kann die OpenSource-Software Jellyfin, die als Abspaltung („Fork“) von Emby begann, als letzteres von einer OpenSource-Lizenz zu Closed-Source neu lizenziert wurde. Bekannter dürfte die kommerziell ausgerichtete Software Plex sein, die, so lese ich, funktionsreicher ist, dafür aber einige Module kostenpflichtig sind (so die Möglichkeit, via VPN auf die eigenen Mediendaten auf Reisen zugreifen zu können…). Für meine Bedürfnisse ist Jellyfin vollkommen ausreichend.
Ich habe die Software auf meinem – schwachbrüstigen – NAS als Docker-Image installiert und meinen Medienordner im Nur-Lesen-Modus dort gemounted. Nach einiger Zeit ist das Index aufgebaut und man kann nach Titeln, Schuspielern o.Ä. suchen. Es gibt einige falsch zugeordnete Titel, weil die Software sie entweder nicht kennt oder aber gibt es Dubletten, und manchmal wird eben der falsche Titel, samt Coverbild etc., zugewiesen. Man kann aber alles korrigieren oder den einen Titel mit dem korrekten Titel oder IMDB-Eintrag neu erkennen lassen.
Die Fehler passieren in den älteren Daten in meiner Sammlung, die größtenteils selbst keine oder kaum Metadaten beinhalten. Seit längerer Zeit verwende ich yt-dlp zum Herunterladen und das schreibt die Metadaten (Titel, Kurzbeschreibung etc.) in die Daten hinein. Wo das nicht geschieht, helfe ich nach, da ich der Meinung bin, dass Metadaten (fast) genauso wichtig wie die Inhaltsdaten sind. Leider ist das Editieren der Metadaten in Jellyfin etwas mühsam, z.B. kann man Genres oder Tags hinzufügen, muss sie aber jedes Mal händisch eintippen, statt aus einer Liste bereits erfasster Einträge auszuwählen.
Da das Videoverzeichnis im Nur-Lesen-Modus eingebunden ist, werden alle Metadaten (und deren Anpassungen) nur in einer internen Datenbank gespeichert. So ist ein Backup derselben wichtig und man kann es in der Verwaltungsoberfläche auch einstellen. Ich habe mich nicht getraut, den Filmordner schreibbar einzubinden, mit dem Vorteil, dass Medianedateien nicht gelöscht werden können aber dem Nachteil, dass ein evtl. Umsortieren o.Ä. ein Neueinlesen der Mediendaten erfordert, was (bei mir) nicht besonders stabil zu laufen scheint und die geänderten oder gar gelöschten Dateien/Filme nach etlichen Tagen immer noch zu sehen sind, ohne sie abspielen zu können.
Für die Wiedergabe reicht ein Browser, es gibt aber Apps für die meisten Betriebssysteme (also auch Smart-TV, Android und iOS), mit deren Hilfe man die eigene Filmothek durchstöbern und anschauen kann. Man kann natürlich Benutzer einrichten und deren Rechte einstellen (z.B. „nur-Zuschauer“ oder eben „Admin“).
Bei Bedarf wird der Film transkodiert (also in ein vom Empfangsgerät „verdauliches“ Format umgewandelt), das geschieht – zumindest bis HD-Auflösung (mit einem 2-Kern-Prozessor Turion von AMD in meinem NAS) – weitgehend on-the-fly, d.h ohne, dass die Wiedergabe stockt oder ruckelt. Ab Full-HD muss man ein wenig warten. Man könnte eine günstige (Intel- oder NVIDIA-) Grafikkarte ins NAS einbaeuen und diese zum Transkodieren einspannen, in meinem Fall würde es sich aber aufgrund des Alters des NAS nicht lohnen.